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 Thema (Fach-)Buch
Beiträge über "das Buch" im Allgemeinen und Besonderen

 

Keine Schnellschüsse anhand von Testmustern

Seit über 25 Jahren Bücher aus dem Computer direkt in den Druck

Glosse: B.U.C.H. als revolutionärer Durchbruch der Technik

Kamerabücher: Nur bei eigener Tüftelei befriedigt das Ergebnis

Den Beitrag sehen Sie im Original, wenn Sie die pdf-Datei (ca. 0,4 MB) herunterladen: download Buchreport

 

Keine Schnellschüsse mit Testmustern

Fragen folgenden oder ähnlichen Inhalts erreichen uns häufig: Immer wieder wird über teils beachtliche Unterschiede zwischen den Vorab- oder Testmustern und den später normal verkauften Kameras diskutiert. Wie können Sie sicherstellen, dass Ihre Kamerabücher trotzdem dem Stand der verkauften Kameras entsprechen?

Unsere Antwort: Es wäre wirklich unverantwortlich, qualifizierte und minutiös ins Detail gehende Kamera-Fachbücher anhand irgendwelcher Vorserienmuster auszuarbeiten (auch wenn die als “final” gelten). Wir verwenden deshalb stets Verkaufsware aus der aktuellen Serie – so viel Zeit muss sein! Und wir orientieren uns an mehreren Kameras, damit keine “Ausreißer-Eigenschaften” in die Bücher einfließen. Außerdem bringen wir unsere Bücher bis wenige Tage vor Druckbeginn (also bis kurz vor der Auslieferung) auf neuesten Stand. Das ist möglich, weil die fertigen Druckdateien direkt aus unseren Computern auf die Server der Druckerei übertragen werden. Mehr über unsere stets den technischen Möglichkeiten angepasste Verfahrensweise und ihre Vorteile im folgenden Abschnitt.

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Seit über 25 Jahren Bücher aus dem (Autoren-)Computer direkt in den Druck

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Josef Scheibel zum ersten Mal ein Fachbuch nicht nur auf dem Computer schrieb, sondern das Buch satzfertig damit aufbereitete. Damals erschienen einige Beiträge darüber in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen. Zwei ausführlichere Artikel sollen zeigen, wie stark diese Neuerung vor über 25 Jahren beachtet wurde. Weil es so viele Vorteile hat, entstehen alle Scheibel-Bücher bis heute auf ähnliche Weise. Natürlich nicht mehr mit selbst gestrickter Software, sondern mit professionellen Layout-Programmen. Vor allem aber hat sich die Herstellungszeit so weit verkürzt, dass bis etwa zwei Wochen vor der Erstauslieferung noch Änderungen vorgenommen werden und somit höchste Aktualität gewährleistet ist. Schon zweimal gelang es den Scheibels, auf einer photokina ein Digitalfoto-Buch zu präsentieren, dass praktisch schon "photokina-aktuell" war.
W. Altendörfer im Mai 2011

 

Der Zeitschrift WANG PROFESSIONALS war das damals neuartige Verfahren einen ausführlichen Beitrag im Heft Nr. 6 vom Juli 1985 wert. Darin ist sogar eine Seite mit den speziellen Steuerungs-Codes abgedruckt.

Foto-Fachbuch auf Wang-PC hergestellt

Der Foto- und Computerexperte Josef Scheibel hat sein neustes Buch über die Minolta 7000 (eine Spiegelreflex-Kamera mit zwei Mikro-Computern und automatischer Scharfeinstellung) mit der komfortablen Textverarbeitung des Wang-Professional-Computers geschrieben. Ebenso wurden die zahlreichen technisch-wissenschaftlichen Berechnungen für das Buch auf dem Wang-PC durchgeführt. Durch die Zusammenarbeit mit einem flexiblen Kleinverlag (G+G Urban, München) konnte Scheibel erstmals noch einen bedeutenden Schritt weitergehen. Er bereitete die Texte mit dem Wang-PC so auf, daß der Text-System-Service von Vogel-Druck (Würzburg) mit der Diskette des Autors direkt – also ohne etwas zu ändern oder hinzuzufügen – die Fotosatzbelichtung vornehmen konnte.

Auf einer 5-Zoll-Diskette befindet sich der gesamte Text des 192seitigen Fachbuches mit allen Satzanweisungen, Formatierungsbefehlen und sonstigen Codes für den Fotosatz. Das neuartige Verfahren, von Scheibel durch spezielle Glossare und andere selbstentwickelte Hilfsprogramme weitgehend automatisiert, bietet für Leser, Autor und Verlag entscheidende Vorteile. Die Herstellungszeit verkürzte sich so erheblich, daß der Autor noch knapp einen Monat vor der Buchauslieferung seine Texte voll “im Griff” (d.h. in seinem Wang-PC) hatte. Er konnte aktuellste Erkenntnisse und Erfahrungen ohne Einschränkung "bis zum letzten Augenblick" einarbeiten. Außerdem wurden eventuell verfälschende und fehlerträchtige Zwischenstufen ausgeschaltet, so daß dieses Buch in einem bisher nicht gekannten Maße genau und autorengetreu sein kann. Wesentlich ist, nach Aussage von Scheibel, daß man "dem Buch aus dem Computer über die Computer-gesteuerte Kamera" das fortschrittliche Herstellungsverfahren nicht ansieht, denn es gibt darin keine billigen und unschönen Direktreproduktionen von Computerausdrucken. Vielmehr zeichnet sich das Buch durch Qualitätssatz in einer angenehm zu lesenden Schrift und durch professionelle Typographie aus.

 

 

Und in der Computer-Zeitschrift CHIP vom Mai 1986 wird berichtet:

Ohne Umwege

Informationstechnik und Technische Information – so umschreibt Josef Scheibel sein Tätigkeitsfeld. Als Leiter der Produktforschung und des physikalischen Labors im Foto/Optik-Bereich der Braun AG machte er zahlreiche Entwicklungen und Erfindungen mit vielen internationalen Patenten. Mit dreißig Jahren schaffte er den Absprung: Seitdem arbeitet er selbständig als Berater und Fachautor. Auf den Gebieten Foto- und Filmtechnik, Computer, Videotechnik, Elektronik und Meßtechnik ist er ein gefragter Autor.

Scheibel schreibt aber nicht nur über Computer, er schreibt auch mit dem Computer. Sein Buch über die Kamera "Minolta 7000" verfaßte er mit seinem Wang Professional Computer. Auf einer 5,25-Zoll-Diskette konnte der komplette Text des 192seitigen Buches gespeichert werden, alle Satzanweisungen und Formatierungsbefehle ebenfalls. Nun brauchte Josef Scheibel die Diskette nur noch an den Vogel-Druck in Würzburg zu schicken. Ohne etwas zu ändern oder hinzuzufügen konnte dort die Fotosatzbelichtung über den Text-System-Service vorgenommen werden. Das brachte sowohl dem Verlag als auch dem Autor Vorteile. Die Zeit und die Kosten für die Herstellung verringerten sich. Und Josef Scheibel konnte fast bis zuletzt an dem Buch Aktualisierungen anbringen.

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Die folgende, schon etwas betagte Glosse gewinnt im Zeichen der E-Books an Aktualität und wurde mit freundlicher Genehmigung entnommen aus "SCOPE – Das moderne Industrie-Magazin" Hoppenstedt Bonnier Zeitschriften GmbH, Darmstadt.

Angepiekst
B.U.C.H.

... ist ein revolutionärer Durchbruch der Technik: keine Kabel, keine elektrischen Schaltkreise, keine Batterien und nichts, das angeschlossen oder eingeschaltet werden muss. Es ist einfach zu benutzen; selbst ein Kind kann es bedienen. Kompakt und portabel kann es überall verwendet werden, selbst im Lehnstuhl am Kaminfeuer, dabei ist es leistungsstark genug, soviel Informationen zu speichern wie eine CD-ROM (DVD... Red.). Und so funktioniert es:

B.U.C.H. ist aufgebaut aus sequentiell numerierten, recyclebaren Papierblättern, jedes mit einem Fassungsvermögen von mehreren Tausend Informations-Bits. Diese Blätter sind verbunden mit einer speziellen Vorrichtung, die Bindung genannt wird und die BIätter in ihrer korrekten Abfolge hält. Opake (d.h. lichtundurchlässige) Papier-Technologie (OPT) ermöglicht es den Herstellern, beide Blattseiten zu nutzen und so die Informationsdichte zu verdoppeln und die Kosten zu senken.

Die Fachleute sind unterschiedlicher Meinung über die Aussichten, die Informationsdichte zukünftig zu steigern; im Moment bedeutet ein Mehr an Informationen einfach mehr Seiten. Jede Seite wird optisch abgetastet, die Informationen gelangen direkt ins Gehirn. Eine Fingerbewegung führt zur nächsten Seite.

B.U.C.H. ist jederzeit benutzbar, muss lediglich geöffnet werden. B.U.C.H. stürzt niemals ab, muss auch nicht neu gebootet werden, obwohl es, wie andere Gerätschaften auch, beschädigt werden kann durch verschütteten Kaffee und unbrauchbar werden kann, wenn es zu oft auf eine harte FIäche geworfen wird. Die "Browser"-Funktion erlaubt den schnellen Wechsel vorwärts und rückwärts zu jeder beliebigen Seite. Viele Modelle verfügen über eine "Index"-Funktion, die sofort die exakte Stelle jeder gesuchten Information zur unmittelbaren Nutzung angibt.

Optionales "Bookmark"-Zubehör ermöglicht es, B.U.C.H. an exakt derselben Stelle zu öffnen, an der man es bei der letzten Nutzung weglegte – selbst wenn es geschlossen wurde. Bookmarks erfüllen universale Design-Standards; daher kann ein einzelnes Bookmark in B.U.C.H.'s verschiedener Hersteller verwendet werden. Umgekehrt können unzählige Bookmarks in einem einzelnen B.U.C.H. zur Speicherung mehrerer Stellen verwendet werden, die Anzahl ist nur begrenzt durch die Zahl der Buchseiten. Man kann auch persönliche, später wieder löschbare Notizen neben dem Buchtext anbringen.

Portabel, haltbar und erschwinglich: B.U.C.H. wird gefeiert als Wegbereiter einer neuen Unterhaltungsära. Die Anziehungskraft dieser neuen bio-optisch-basierten Informationstechnologie scheint so gewiss, dass sich Tausende von geistig Schaffenden dieser Plattform verschrieben haben. Investoren – so wird berichtet – wittern einen lohnenden Markt. Erwarten Sie eine Neuheiten-Flut in Kürze!     ek

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Der nachstehend unverändert wiedergegebene Beitrag erschien im Buchreport Nr. 5 - 1979, hat also sein 30-jähriges Jubiläum hinter sich, dürfte aber in weiten Teilen heute noch hochaktuell sein.

Wenn Sie diesen Beitrag im Original sehen möchten, können Sie hier die pdf-Datei (ca. 0,4 MB) herunterladen: download Buchreport

Foto-Schriftsteller Josef Scheibel:
Nur bei eigener Tüftelei befriedigt das Ergebnis

Josef Scheibel (Jahrgang 1940) ist beratender Ingenieur und schreibt seit 1962 für Fachzeitschritten. Sein erstes fototechnisches Buch erschien 1968 im Knapp-Verlag, Düsseldorf: "Diaprojektion – Projektion und Vertonung für Hobby, Schule, Beruf und Werbung". Populäre Amateurtitel wie "prima Nahaufnahmen" und "tipptoppe Farbfotos" (Habegger-Verlag, Derendingen). Foto- und filmtechnische Sonderpublikationen. Mitarbeit an Lehr- und Schulbüchern. "Das Minolta-Buch" und weitere Kamerabücher im Heering-Verlag, München. 1973 als Ordentliches Mitglied in die DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie) berufen.

Bevor man sich näher mit der Foto- und Filmliteratur befaßt, sollte man streng zwischen verschiedenen Arten der Buchgattung "Fotobücher" trennen:

>  Bildbände, die das Schaffen eines Fotografen, Aufnahmen aus bestimmten Epochen usw. vorstellen
>  Fachbücher über fotografische oder kinematografische Gestaltungsfragen
>  fotohistorische Bücher (derzeit zahlreiche Neuerscheinungen)
>  Fachbücher über die praktische Anwendung fotografischer Apparaturen und Materialien sowie über foto- und filmtechnische Themen
>  an bestimmten Produkten oder Fabrikaten orientierte Fachbücher (typisches Beispiel: Kamerabücher).

Ich fühle mich im wesentlichen für die beiden zuletzt genannten Fachbucharten zuständig. Oft stellt man mir die Frage, wie ein in Forschung und Anwendungstechnik tätiger Ingenieur dazu kommt, fototechnische Bücher zu verfassen. Meine Antwort pflegt Außenstehende zu überraschen, denn ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen einem anwendungstechnischen Bericht und einem Fachbuch für den Anwender. Gewiß sind Dimensionen und "Schreibtechnik" verschieden, aber das ist nicht entscheidend. Wer ein foto- und filmtechnisches Fachbuch für den Anwender (die Skala reicht vom Amateur bis zum beruflich Fotografierenden) schreiben will – ein Buch für die Praxis, wie es in der Werbung heißt – muß zunächst recherchieren und planen.

Für mich sind Fachbücher in erster Linie Informations- und Datenspeicher (darüber scheinen die Meinungen etwas auseinanderzugehen). Und diese Informationen, Fakten und Daten muß man in einem ersten Arbeitsgang beschaffen, sammeln, ordnen und aufbereiten. Vielleicht sehe ich das zu einseitig aus meiner Techniker-Perspektive, aber meiner Ansicht nach muß der Fachbuch-Autor Schriftsteller, Praktiker, Techniker (Naturwissenschaftler), Fotograf und Zeichner in einer Person sein.

Er muß in der Lage sein, eigene Verfahren, Tabellen, Diagramme usw. entwickeln zu können. Ideal wäre (wenn auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht immer im vollen Umfang machbar), alle wichtigen Recherche-Resultate und eigene Erfahrungen zu überprüfen durch: Gegenversuch, kontrollierende Recherchen, theoretische Nachprüfung (auch Durchrechnung) und meßtechnische Nachprüfung.

***
Ich hätte kaum den Mut, fototechnische Fachbücher zu veröffentlichen, wenn nicht ein eigenes Versuchs- und Meßlabor, eine umfangreiche Dokumentation, ein Foto- und Zeichenatelier zu meiner Verfügung ständen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, einem wenig oder nicht mit der Materie vertrauten Fotografen oder Zeichner die Realisation der Buchillustrationen allein zu überlassen.

Kommen wir nochmals auf die Vorarbeiten zurück. Es genügt nicht, Informationen und Daten zu sammeln, sondern man muß darüber Bescheid wissen, welche Fragen beim Anwender (= Leser) in welcher Häufigkeit anstehen. Hervorragende Quellen dafür sind die Kunden- und Leserpost, in die ich mir nach Möglichkeit Einblick verschaffe und die ich gezielt auswerte, um einen repräsentativen Fragenkatalog zu gewinnen.

Würde man den Buchinhalt starr nach der Thematik und Priorität des Fragenkatalogs aufbauen, wäre er sehr unausgewogen. So bleibt nur die vom geplanten Buchumfang begrenzte Möglichkeit, einen Kompromiß aus Fragenkatalog und thematischer Vollständigkeit zu optimieren.

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Kamerabücher gelten oft als "leichte Übung". Natürlich kann es sich der Autor leicht machen und eine veredelte Mixtur aus Gebrauchsanleitungen und Prospekten erstellen; gewürzt durch Subjektives (betont eigenes), garniert mit Werkfotos ohne rechten informellen Bezug etc.

Man verzeihe mir Sarkasmus und Deutlichkeit, aber solche Machwerke sind dazu geeignet, den Ruf der ganzen Spezies "Kamerabücher" zu schädigen. Dabei – und da spreche ich aus reichlicher Erfahrung – gibt es kaum etwas Schwierigeres und Aufwendigeres, als ein gutes Kamerabuch zu schreiben – zu erarbeiten, sollte man besser sagen.

Obwohl ich mich oft in schon unökonomischer Weise bemühe, eine Reihe selbstgestellter Basisforderungen zu erfüllen, blieb ich vom angestrebten Optimum immer in gebührendem Abstand. Erschwerend beim Schreiben von Kamerabüchern ist der aktuelle Produktbezug. Ginge es allein nach dem verantwortungsbewußten Autor, würde manches Kamerabuch niemals fertig. Jeder Verlag wiederum ist aber bestrebt, sehr bald nach Erscheinen einer Modellreihe das zugehörige Buch herauszubringen. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich zu einem förderlichen Kompromiß zusammenzuraufen.


 

Stand:  Juni  2016  –  ©  Scheibel Ing.

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